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Schülerjobs

06.08.2013

Egal ob in den Ferien oder neben der Schule: Schüler nutzen ihre Freizeit auch zum Jobben. Eine schöne Einnahmequelle für zusätzliches Taschengeld, doch es gibt Einschränkungen.

Kellnern, Zeitungen austragen oder andere Hilfstätigkeiten sind einfach und beliebt. Doch nicht alles ist erlaubt, so gibt es vor allem für Schüler Einschränkungen in Zeit und Dauer der Ferienarbeit.

Dürfen alle Schüler arbeiten?

Grundsätzlich dürfen alle Schüler in den Ferien arbeiten, solange sie alt genug sind. "Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen", erklärt hierzu der Florian Hagenmiller, der Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Einschränkungen gibt es vor allem beim Alter: Unter 14 Jahren ist Arbeit auch in den Ferien verboten, nur in Ausnahmefällen dürfen auch schon 13-jährige Schüler einen Ferienjob annehmen, dann aber nur bis zu zwei Stunden pro Tag. Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren haben es da leichter, für sie gibt es nicht so viele Einschränkungen.

Welche Jobs darf ich ausführen?

Auch die Art der Nebenjobs für Schüler ist im Gesetz geregelt. Unter 15 Jahren muss es sich bei einem Ferienjob um leichte Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Austragen von Zeitungen oder Gartenarbeit handeln. Aber auch für Jugendliche über 15 aber unter 18 Jahren ist schwere oder gefährliche Arbeit verboten. Dazu zählen das Tragen von schweren Gegenständen, das Hantieren mit Chemikalien oder Akkordarbeit. Über 16 Jahren sind allerdings Arbeiten in Schichtbetrieben und in Gaststätten - zum Beispiel als Kellner - erlaubt.

Wann und wie lange darf ich arbeiten?

Einige besonders wichtige Regeln gibt es bei den Arbeitszeiten. Innerhalb der Ferien dürfen Schüler nicht mehr als acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche arbeiten. Unter 16 Jahren muss außerdem spätestens um 20 Uhr Schluss sein. Über 16 Jahren gilt hier eine Sondererlaubnis für Gaststätten, in denen bis 22 Uhr und mehrschichtige Betriebe, in denen bis 23 Uhr gearbeitet werden darf. Außerdem gibt es eine Einschränkung für das gesamte Kalenderjahr, wie DGB-Jugendsekretär Florian Hagenmiller erklärt: "Wenn die Jugendlichen noch schulpflichtig sind, dann dürfen sie nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. Denn ganz klar gilt: Schulferien dienen in erster Linie der Erholung." Auch die gesetzlichen Ruhepausen müssen eingehalten werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden am Tag müssen die Schüler mindestens eine Pause von 30 Minuten bekommen, bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten.

Wie viel darf ich verdienen?

Mit dem neuen Mindestlohngesetz haben auch Ferienjobber, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,50 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 52 Stunden im Monat gearbeitet werden.

Für unter 18-Jährige gilt das Mindestlohngesetz nicht. Doch auch sie sollten den Lohn im Blick haben, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet wird, empfiehlt Florian Haggenmiller: "Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Zwar braucht man keine Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen, Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von knapp 900 Euro brutto liegt. Die Steuern werden normalerweise im nächsten Jahr erstattet." Dafür braucht der Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerkarte. 

Besondere Vorsicht ist für all diejenigen geboten, deren Eltern Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") beziehen. Sollte das auf euch zutreffen, dürft ihr lediglich 1200 Euro pro Jahr verdienen. Verdient ihr mehr, werden euren Eltern für jeden weiteren Euro 80 Cent vom Lebensunterhalt abgezogen. Diese Regelung gilt auch für volljährige Schüler. Beratet euch vorher am besten mit euren Eltern zu diesem Thema.

Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

Beachtet werden sollte vor allem die Einhaltung der schon erwähnten Gesetze. Außerdem sollten Schüler darauf achten, zu Beginn ihres Ferienjobs einen schriftlichen Vertrag zu bekommen, in dem die Aufgaben, Arbeitszeiten und der Lohn klar beschrieben sind.


Weitere Informationen unter: www.jugend.dgb.de/-/iEs
Informationen zur Lohnsteuerkarte: https://www.elster.de/arbeitn_elstam.php  

von Kai-Inboden

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