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Wie wird man Realisator?

05.10.2017

Ich erinnere mich zu genau, dass ich bereits nach wenigen Monaten beim Fernsehen genau wusste, dass ich drehen und schneiden möchte. Doch ich wusste einfach nicht: WIE KOMMT MAN DA HIN?

Meine Kollegen wussten mir auch keine genaue Antwort zu geben, was ich ebenfalls seltsam fand, doch letzten Endes ist das genau der Punkt: Es gibt keinen goldenen Weg um Realisator zu werden. Wenn man 20 Realisatoren fragt, wie sie an ihren Job gekommen sind, bekommt man 20 andere Geschichten erzählt. Einige haben ein Volontariat absolviert, als Assistenten in kleineren Produktionen begonnen oder im Casting gearbeitet.

Meine Geschichte ist nur ein Beispiel, wie man an diesen wirklich herrlich spannenden Beruf kommen kann. Ich habe Medienpsychologie in Köln studiert und rutschte direkt nach meinem Abschluss über ein Praktikum bei "Let’s Dance" in die Fernsehwelt. Ich arbeitete als Redaktionsassistentin und benutze meine Urlaubstage um als Aufnahmeleiterin oder Assistenz am Set von Spielfilmen zu jobben. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um besser zu werden. Nach zwei Jahren entschied ich mich dann nach London zu ziehen und studierte Dokumentarfilm: Deine eigene Doku steht als Abschlussprüfung auf dem Studienplan. Ich möchte aber an dieser Stelle erwähnen, dass ein Studium keine zwingende Voraussetzung ist um Realisator zu werden.

Wenn du Filme drehen willst: Lern’ drehen und schneiden! Und damit meine ich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Wenn du Regisseur oder Realisator werden möchtest, hebt dich das auf das nächste Level. Es ist wirklich ein magisches Erlebnis seinen eigenen Film (unabhängig und ohne Geld) fertigzustellen. Es ist so ein euphorisierender und gleichzeitig qualvoller Prozess, sodass du in einem Projekt die wichtigsten Dinge gelernt hast. DURCH DEINEN EIGENEN FILM!

Wenn ich Interviews lese, schaue ich mir meistens nur die Fragen an. Um meine eigene Technik zu verbessern, seziere ich die Fragetechniken von Werner Herzog, Kim Longinotto und Louis Theroux auf jede Atempause genau. Es ist wie beim Tanzen oder Musizieren: Man muss an seiner Technik pfeilen.

Seitdem ich meinen ersten Dokumentarfilm abgedreht habe, durfte ich für Pro7, RTL, SKY, ITV, BBC4 und Spiegel TV Wissen als Realisatorin arbeiten. Das tolle an der Fernsehwelt ist, dass durch die Projektverträge viele deiner Kollegen bald in einer anderen Firma arbeiten und sich vielleicht im richtigen Augenblick an dich erinnern. Dieses Phänomen hat mir definitiv über die Zeit sehr geholfen. Derzeit arbeite ich als Assistant Director für ARTE in London und ziehe Dank eines Stipendiums am Ende des Jahres nach New York - dieses Mal, wieder mit meinem eigenen Film ;-)

Text: © Elena Horn

Mehr über die Filmbranche und deinen Einstieg findest du auf der Düsseldorfer Plattform jung&talentiert. Auch bei youpod lernst du erste Schritte vor und hinter der Kamera. 

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von jung&talentiert

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