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So fühlt sich die Tour de France als Volunteer an

05.07.2017

  • Die Helfer, sogenannte Tour Maker, waren während der Tour de France in Düsseldorf immer gut erkennbar. (Foto: Christina Behrens)

Das sportliche Großereignis des Jahres ist bei uns in Düsseldorf die Tour de France gewesen. Und welche bessere Möglichkeit gab es das Ereignis mitzuerleben, als aktiv daran teilzunehmen? Während die Teilnahme als Sportler eine lange Vorbereitung braucht, ist die als Volunteer sehr leicht.                                                  

Die Vorbereitungen auf die TOUR

Die Vorbereitung als Freiwillige*r auf die Tour de France begannen schon vor fast einem halben Jahr, denn seit Januar konnte man sich für einen Volunteer-Newsletter eintragen. Über den Newsletter gab es dann zum ersten Mal im Februar News zur Anreise, den Eckdaten des Tourwochenendes, einen Ausblick auf das Onlineportal zur Verwaltung der verschiedenen Aufgaben und zum Kick-Off Event am 29. April an der Heinrich-Heine-Universität.

Ende März ging das Portal der Stadt zur Koordinierung aller Freiwilligen online und jede*r konnte sich seine/ihre Lieblingsaufgabe für die Tage der Tour de France aussuchen: Zunächst musste man Informationen zu seiner Person, bisherigen Volunteer-Erfahrungen und seinen Sprachkenntnissen geben und dann konnte man sich auf die Stellen, die einem besonders interessant vorkamen, bewerben. Die Bewerbung bestand im Grunde aus einem Mausklick, da keine weiteren Angaben gemacht werden mussten. Neben den Tätigkeiten, wurde natürlich auch die Verfügbarkeiten im Online-Portal abgefragt. Nachdem man sich dann auf die Stellen beworben hatte, die einem interessant erschienen und mit dem persönlichen Terminplan einhergingen, wurde einem  ein Arbeitsangebot gemacht, das man annehmen oder ablehnen konnte. Ende April fand dann die erste Informationsveranstaltung für Freiwillige - zum ersten Mal auch vor Ort - statt. Bei einem Frühstück an der Heinrich-Heine Universität wurde allen TOUR MAKERN, so heißen die Freiwilligen bei dem Radsport-Event, das Wichtigste rund um die Aufgaben als Freiwillige*r bei der Tour de France, vermittelt.

Die Sahnehäubchen des Volunteering

Kurz vor der Tour de France, erhielt jede*r Freiwillige*r eine Einladung zu zwei Abendveranstaltung im Quartier Bohème. Die Einladung zum freien Eintritt und Begrüßungsgetränk galten für die Parties "Club en blanc" und "Le Grand Club".  

Das Equipment

Vor dem eigentlichen Einsatz als Helfer*in bei der Tour de France stand noch ein letzter Punkt an: Das Abholen des Volunteer Packets. Dies bestand neben einer Mütze, einer Regenjacke und einem T-Shirt aus drei Blöcken mit der Route der Radfahrer, ein paar Broschüren und einem sehr großen Lunchpaket in einer Sporttasche. Alles zusammen wog bestimmt drei Kilo, da das Päckchen nicht nur einen Liter Apfelschorle und einen Liter Wasser enthielt, sondern auch eine Packung Brot, Würstchen, diverse Aufstriche, ein Croissant, zwei Äpfel, eine Packung Erdnüsse und eine Packung Haribos.  

Mein Einsatz

Da ich mich erst nach dem 14. Juni als Volunteer angemeldet hatte, konnte ich mich nicht mehr auf mehrere verschiedene Jobs bewerben, sondern nur noch auf die Restposten. In meinem Fall, als Reserve. Dennoch hatte ich Glück, denn ich bekam sofort einen Einsatz. Als Reserve muss man normalerweise am Tag seines Einsatzes im Volunteer-Center an der Esprit Arena warten, bis ein Einsatz für einen absehbar wird. Falls dies nach vier Stunden Warten immer noch nicht der Fall ist, so wird man von seinem Job befreit.

Die Aufgabe, die ich als Reserve übernehmen sollte, war die, an der Pempelforter Straße, Ecke Sternengasse. Als Helferin verteilte ich den Besuchern der Tour de France Klatschpappen und wie ihnen den Weg zur Strecke.

Schon die Anreise war ein besonderes Erlebnis: Als Tour Maker, gut erkennbar an der roten Jacke und dem roten T-Shirt, gehörte ich auf eine Mal zu einer Gruppe und so kam ich schon in der Bahn leicht mit anderen Tour Makern ins Gespräch.

An meinem Einsatzort traf ich auf den zweiten Freiwilligen, der für den gleichen Job eingeteilt war wie ich und ich erfuhr, dass er bei der Stadt arbeitet und generell ein großer Sportfan ist. Unser Einsatz begann um 7 Uhr und da wir beide mit der Bahn angereist waren, die um die Uhrzeit noch nicht so oft fährt, waren wir beide etwas früher da, als vorgegeben. 

Gekaufte Hilfe bei den Volunteers

Um 7 Uhr dann stieß auch noch ein junges Mädchen zu uns. Gemeinsam unterstützten wir die die Verkehrskadetten, die zu diesem Ereignis schon aus der ganzen Republik kamen. aber diese waren noch nicht zahlreich genug, um all die Aufgaben zu übernehmen, die anfielen. So ein Großevent benötigt schließlich viel Unterstützung.

Dass das Mädchen die Aufgabe nicht ganz freiwillig übernahm, erfuhr ich schnell. Ihre Begrüßung bestand nämlich aus einem kurzen "Trägst du das echt freiwillig, dieses hässliche rote T-Shirt?". Auf vollkommenes Unverständnis stieß aus meine Antwort, denn ich meinte, dass ich das T-Shirt auch noch öfter tragen werde. Gut, vielleicht nicht zur Uni, aber zum Sport oder zum Schlafen sind solche Werbetshirts einfach optimal!

Auf die Nachfrage des zweiten Freiwilligen dann, gab die junge Schülerin zu, dass sie irgendwie auch freiwillig an diesem Tag half, aber nur, weil die Stufe Geld für den Abiball sammelte und die Stadt der Stufe für jede*n Schüler*in einen Euro pro Stunde, die sie bei der Tour de France halfen, spendete. 

Nach den ersten zwei Stunden, in denen wir nur die Sternengasse mit einem Sperrband unzugänglich machen mussten, stieß eine zweite Schülerin des Ursulien-Gymnsaiums auf uns zu. Sie war ebenfalls nicht so besonders motiviert, bei dem Event zu helfen, aber auch sie hatte ihre Stufe nicht im Stich lassen wollen.

Werbekaravane und Radrennen

Nachdem wir einander etwas näher kennengelernt hatten und wussten, was die anderen bisher in ihrem Leben so gemacht hatten und was sie die nächsten Jahre vorhatten, war es dann auch schon so weit und die Werbekaravane zog an uns vorbei.

Da die Karavane so schnell fährt, wie die Radprofis, also mit 50km/h, dauerte die Kravrane gerade einmal zehn Minuten an und war schneller vorbei als erhofft. Die Geschenke, die geworfen wurden, waren auch nicht sehr spannend, denn meistens waren es Taschen oder Mützen.  Nach der Werbekaravane wurde es aber immer voller. Immer mehr Menschen kamen an uns vorbei und wir begannen, aktiv die Klatschpappen an Passanten zu verteilen.Nach weiteren zwei Stunden fuhren die Radprofis an uns vorbei. Dieses Ereignis war allerdings noch kürzer, als das Passieren der Werbekaravane zwei Stunden früher.

Mit dem Passieren der Radfahrer war der größte Teil unseres Jobs als Freiwillige dann auch schon erledigt. Wir mussten noch bis 15 Uhr warten, bis die Straße wieder vollkommen freigegeben wurde, aber bis dahin geschah nicht mehr viel. Wir verteilten noch die letzten Klatschpappen und trafen ein letztes Mal unsere Kümmerer, die schon am Morgen nach uns geschaut hatten und von denen wir erfuhren, dass sie eigentlich für die städtischen Badeanstalten arbeiteten.  

Mein Fazit

Ob es sich gelohnt hat an der Tour de France als Freiwillige teilzunehmen ist schwer zu sagen. Denn auch wenn ich einerseits denke, dass ich nicht wirklich viel zur Tour de France beigetragen habe, fand ich es spannend zu sehen, wie die Stadt das Großevent geplant und umgesetzt hat. Außerdem war es sehr interessant, die anderen Freiwilligen kennenzulernen.  

von larasofiaa

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