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Süchtige oder psychisch kranke Eltern

Suchterkrankungen und psychische Erkrankungen sind Familienkrankheiten, denn es müssen unweigerlich alle Familienmitglieder darunter leiden. Wie du damit umgehen kannst, wenn deine Eltern krankt sind, erfährst du hier.

Wie Kinder an der Sucht der Eltern leiden

Kinder in einer Familie leiden am meisten darunter, wenn ein Elternteil sucht- oder psychisch krank ist. Sie sind starken Belastungen ausgesetzt. Oft kennen sie die Krankheit ihrer Eltern gar nicht und bemerken nur, dass "irgendetwas nicht stimmt". Häufig übernehmen sie einige Aufgaben in der Familie, die eigentlich die Eltern übernehmen sollen. Sie fühlen sich im hohen Maße verantwortlich für das Gelingen oder Misslingen der häuslichen Atmosphäre. Auch Sorge, dass sie aus der Familie raus müssen, wenn sie jemandem davon erzählen, sind recht häufig.

Im Laufe der Zeit leiden die Kinder an Auswirkungen wie einem geringen Selbstwertgefühl, Entwicklungsverzögerungen, Entwicklung psychischer Störungen, z. B. Angststörungen und auffälligem Sozialverhalten. Kinder aus suchtbelasteten Familien gehören zur größten Risikogruppe und sie drohen selbst abhängig zu werden. Bis zu zwei Millionen Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren leben in suchtbelasteten Familien. Die Zahl der Kinder aus Familien mit psychisch kranken Elternteilen kann nur grob geschätzt werden. In Deutschland leben schätzungsweise mindestens 500.000 Minderjährige mit mindestens einem psychotischen Elternteil.

Die Erkrankung als Geheimnis

Familien schämen sich stark für psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen, so dass es für alle Beteiligten schwer ist, Hilfe (frühzeitig) in Anspruch zu nehmen. Sie behalten die Erkrankung lieber für sich. Dabei sind auch psychische Erkrankungen nicht so selten, wie die Eltern vielleicht befürchten. Die Wahrscheinlichkeit psychisch zu erkranken liegt in Deutschland bei 43 Prozent. Jeder zehnte Deutsche erkrankt mindestens einmal in seinem Leben an einer Depression. Die geläufigsten Erkrankungen sind: Depression, Manie, Angststörungen und Borderline.

Wie Kinder kranken Eltern helfen können

Kinder können ihre Eltern nicht von einer Krankheit befreien. Sie können helfen, indem sie nicht versuchen die Familie um jeden Preis zu schützen, sondern Hilfe holen. Vor allem sollten sich diese Kinder klar machen, dass sie keine Schuld an der Situation haben und versuchen, sich um sich zu kümmern.

Hilfe für deine kranken Eltern

Wende dich zunächst an eine dir vertraute Person. Das kann ein anderes Familienmitglied sein, eine Tante vielleicht. Oder die Eltern deines besten Freundes oder einer Freundin. Vielleicht auch ein Lehrer oder die Trainerin deines Sportvereins. Sag ihnen, dass du Hilfe holen möchtest, damit es deiner Familie besser gehen kann und bitte diese Personen, dich zu unterstützen und zu begleiten. Zusammen könntet ihr euch dann an den Bezirkssozialdienst oder eine Beratungsstelle wenden.

von zeTT

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