Hinter der Papaya-Pflanze stehen Bilder von fruchtig duftender Seife, hinter Pfeffer die Fotos von Vodka-Flaschen und zu den Cola-Bildern sehen die Besucher den Kolabaum. Sie lernen, was in den Produkten steckt, die sie jeden Tag nutzen, während sie durch nachgebaute Supermarktgänge im Botanischen Garten gehen.
Alles selbst gemacht
Die Regale haben Katarzyna Bodziak, Meike Detering, Britta Liermann und Janna Rinck selbst aufgebaut. "Jede Schraube haben wir festgezogen", sagt Bodziak. Die vier Frauen studieren "Exhibition Design" an der Düsseldorfer Fachhochschule und beschäftigen sich mit der Gestaltung von Ausstellungen, Events und Messen.
Gemüsetheke mit Wunderbeere
Seit zwei Jahren arbeiten sie daran, ihr Studium in die Praxis umzusetzen und "Jungle Food" vorzubereiten. Die Idee: Jeder kennt einen Supermarkt. Wenn die Ausstellung so aussieht, verstehen die Besucher auch die Wissenschaft dahinter. "Die vergangenen drei Monate waren wir jeden Tag hier", sagt Bodziak.
Sie haben sich Einkaufswagen ausgeliehen und Baumwolle, Soja und Kaffee eingepflanzt. Für die Kakaopflanzen, die es warm und feucht mögen, bauten sie ein Gewächshaus. An einem Angebotsstand riechen die Besucher die Düfte des Dschungels. An der Gemüsetheke erscheinen an der digitalen Waage Informationen über unbekannte Früchte – wie Süßholz, aus dem Lakritz gemacht wird, oder die Wunderbeere, nach deren Verzehr auch alle anderen Speisen süß schmecken.
Ausstellung mit kritischem Blick
Die Studentinnen lenken den Blick der Besucher weg vom Konsum und hin zu den Tropenpflanzen, aus denen die Produkte bestehen. Allein damit regen sie zum Nachdenken an. Sie klären aber auch über kritische Produktionsweisen auf. "Darüber, wie Kaffee geerntet wird", nennt Bodziak ein Beispiel. Und sie sprechen an, wie Arbeiter bei der Gewinnung von Zuckerrohr behandelt werden.
"Jungle Food – Von der Tropenpflanze zum Konsumgut": Orangerie des Botanischen Gartens, 15. Juni bis 26. August, Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr, Samstag: 13 bis 18 Uhr, Sonntag: 10 bis 18 Uhr, Eintritt kostenlos
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Autor: jt
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